Berichte aus der Gemeinschaft


Michaeli-Ausflug in der Boulder-Halle

Die Klasse 7a ging dieses Jahr an Michaeli in einer Boulder-Halle in Zirndorf klettern. 

 

An Michaeli soll man mutig sein! Den Mut zeigte die Klasse, denn ganz so einfach ist es nämlich nicht, zu bouldern. Man begibt sich in eine Höhe, die nicht unbedingt alle mögen. Außerdem benötigt man Kraft, ohne diese Kraft würde man sonst nicht weit nach oben kommen. Mut, Kraft und das Vertrauen in die eigene Stärke halfen dabei, eigene Grenzen zu erkennen und zu überwinden.

 

Mehr als drei Stunden kletterten die Schüler*innen mit großer Begeisterung, zwischendurch war eine Pause nötig, um Kraft zu tanken und zu essen. Die Stimmung war ausgelassen, alle waren zufrieden. Auf dem Rückweg zur Schule waren alle Schüler*innen müde, sie strahlten aber und hatten einen schönen Tag in der Boulder-Halle verbracht. 

 

Eine Schülerin der Klasse 7a



Michaelifest - Die Geschichte von St. Michael und seinem Kampf mit dem Drachen

Diese Geschichte wird oft erzählt, das Georgspiel wird aufgeführt, Mutproben werden von Schülerinnen und Schülern erlebt, viele wunderbare Lieder werden gesungen, und an manchen Schulen gibt es einen Drachen, der überwunden, besiegt wird.

Dieses Fest – wie auch die anderen Jahreszeitenfeste – vermittelt den jungen Menschen wichtige Werte, die ihnen helfen und begleiten, ihr Leben zu gestalten. Zukunftsvisionen werden in ihren Seelen gesät, von höheren Mächten geführt und begleitet. Die Gestaltung eines solchen Festes ist eine Herausforderung für die Erwachsenen – und auch sie werden hierin geführt und begleitet.

Es wäre interessant und anregend zu erfahren, wie Waldorfschulen in In- und Ausland dieses Fest gestalten, vor allem wie sie das Wesen des Drachens darstellen und überwinden. Michael Ende zeigte in seinen Büchern  Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer und Jim Knopf und die Wilden 13  auf wunderbare Weise, wie sich der Drache Frau Malzahn in die Schlange der Weisheit verwandeln durfte.

Kann dies eine Anregung für Waldodrfschulen im Umgang mit dem Drachen am Michaeli-Fest sein?  Im Sinne von Albert Steffens Aufruf – »Liebe das Böse gut!«



Waldorf-One-World-Day

Warum brauchen Waldorfschulen finanzielle Unterstützung?


In Deutschland, Finnland oder Niederlanden haben wir die gute Situation, dass ein Großteil der Kosten, um eine Schule in freier Trägerschaft zu betreiben, vom Staat getragen werden. Somit muss nur ein kleiner Teil durch die Schulgelder der Eltern mitfinanziert werden. Jedoch müssen zum Beispiel in Polen, Armenien oder Südafrika viele Waldorfschulen mit geringen oder ganz ohne staatliche Hilfen auskommen. Ein höheres Schulgeld von den Eltern verlangen – in vielen dieser Länder undenkbar. Nur unter großen Mühen können viele Eltern, wenn überhaupt, einen Anteil der Schulkosten aufbringen. Dennoch möchten sie ihren Kindern eine waldorfpädagogische Ausbildung für ein gesundes Aufwachsen ermöglichen.

 

Es ist ein Prinzip der Waldorfschule, kein Kind aus finanziellen Gründen abzulehnen. Dies war ein zentrales Anliegen von Emil Molt als er 1919 gemeinsam mit Rudolf Steiner die erste Schule gründete. Als Antwort auf die damaligen Verhältnisse forderte er eine freie Bildung. Frei für alle, unabhängig von der finanziellen Situation des Elternhauses. Und auch frei von wirtschaftlichen Interessen und Arbeitsmarktforderungen, orientiert allein an einer Pädagogik, die sich nach dem Kind selbst richtet und nach den Fragen, die dieses bereits in sich trägt.

 

Um dieses Ideal wirklich zu leben und Kindern überall auf der Welt den Besuch einer Schule zu ermöglichen, ist es wichtig, dass wir uns an diesen wesentlichen Impuls erinnern und uns über Landesgrenzen hinaus einander helfend die Hände reichen – von Kontinent zu Kontinent, von Kultur zu Kultur, von Mensch zu Mensch.



Kann ein Sommerfest noch sommerfestlicher sein?

Das können wir uns kaum vorstellen, wenn wir uns an den 2. Juli erinnern. Aber seht selbst... 


"Die Schule wird uns vermissen"

Rauschendes Fest zum 20. Abitur an der Freien Waldorfschule Wendelstein

 

Wendelstein, 3.7.2022 – Erstmals wieder in Anwesenheit vieler Gäste und Ehrengäste erhielten 26 Abiturientinnen und Abiturienten im wunderschön geschmückten Festsaal der Wendelsteiner Waldorfschule ihre Reifezeugnisse. Lana Hampel konnte sich über die Traumnote 1,0 besonders freuen. Unter der souveränen Leitung von Volker Felgenhauer eröffnete das Schulorchester mit „Time“, einer Filmmusik aus „Inception“ von Hans Zimmer, mit zarten und kraftvollen Klängen die Feier.

 

Schulleiter Gerhard Gauer betonte die gute, wertschätzende Zusammenarbeit der beiden Abschlussklassen mit ganz unterschiedlichem Werdegang: die 13a eine dynamische Waldorfklasse vom Kindergarten bis zum Abitur mit viel Selbstbewusstsein; die 13b eine Quereinsteigerklasse mit Schulvorerfahrungen, die dazu führten, die Angebote der Waldorfschule besonders schätzen zu können. Nach seinen Glückwünschen dankte der langjährige Schulleiter den Eltern für die hervorragende Begleitung und das Ausrichten des rauschenden Festes mit einem „Chapeau“, wie es sich für einen Französischlehrer gehört.


Landrat Herbert Eckstein blickte als Ehrengast humorvoll auf seine eigene Schulzeit ohne „Wischkästchen“ zurück. Manches konnte im Verborgenen, ohne digitale Überwachung durch besorgte Eltern, leichter ausprobiert werden als heute. „Ausprobieren müssen junge Leute!“, schmunzelte er. „Wir stehen nun vor besonders großen Herausforderungen in allen Lebensbereichen. Veränderung ist angesagt“, meinte der gut gelaunte Landrat und fügte hinzu: „Das ist Aufgabe der neuen Generation!“

 

Der Wendelsteiner Bürgermeister Werner Langhans wies darauf hin, dass nur ein Viertel der Waldorfschüler aus Wendelstein kommt und betonte, dass die Waldorfschule dennoch geschätzter Teil der Schullandschaft hier sei. „Sie haben unter schwierigen Bedingungen große Herausforderungen gemeistert“, lobte er anerkennend die jungen Damen und Herren. Das Abitur verglich er mit einem „Führerschein fürs Leben“. Im Gegensatz zum echten Führerschein könne das Abitur jedoch niemandem abgenommen werden. Er wünschte den Absolventen „Allzeit gute Fahrt!“

 

Nach einem meisterhaft musizierten Violinbeitrag von Clara Arrantes (13a) blickte Sigrid Fehn, Schulleiterin vom Gymnasium Hilpoltstein, auf den gemeinsam gegangenen Weg zurück und konstatierte, dass wohl alle voneinander gelernt hätten. Sie und ihre Kollegen hatten die Zusatzaufgabe, die Prüfungen der Waldorfschüler zu überwachen und zu begleiten. An der jetzt erreichten Weggabelung könne nun jeder Mut zu seinem eigenen Weg zeigen und den über Jahre entwickelten eigenen Kompass zum Einsatz bringen, resümierte Sigrid Fehn und beglückwünschte die Wendelsteiner Absolventen zur bestandenen Reifeprüfung.

Oberstufenkoordinatorin Sylvia Ballwießer gratulierte ihren Schützlingen von Herzen mit einem Zitat von Goethe: „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas Schönes bauen.“ Sie fügte hinzu, dass die Abiturientinnen und Abiturienten es tatsächlich geschafft haben, aus all den Steinen, die ihnen in den letzten Jahren in den Weg gelegt wurden, etwas Schönes zu bauen – das Abitur, einen weiteren Teil ihrer Zukunft. Ein besonders großer Brocken war die Corona-Pandemie, eine Zeit der Unsicherheit, der offenen Fragen, des Ausharrens und Durchhaltens.

 

Am Ende galt es einen Steinhaufen von acht Prüfungen (vier zentrale und vier interne Prüfungen) unter der Aufsicht fremder Kolleg*innen und in fremden Räumen zu bewältigen. An acht Prüfungstagen musste das Gelernte abrufbar sein; Vorleistungen konnten nicht eingebracht werden. Diese Erschwernis für Schülerinnen und Schüler einer Waldorfschule in Bayern als genehmigter Ersatzschule hinderte Lana Hampel nicht an ihrem Schnitt von 1,0; auch für die anderen mit einem Gesamtschnitt von 2,3 gilt: Wer diesen „Steinhaufen“ überwunden hat, ist gerüstet für die Herausforderungen des Lebens.

 

Nach dem Erhalt der Reifezeugnisse und einer weiteren beschwingten Musikeinlage durch Clara blickten Schülervertreter*innen humorvoll und ernst auf ihre Waldorfschulzeit mit Höhen und Tiefen, Highlights wie Klassenfahrten und Praktika und unvergesslichen Klassenspielen zurück. Während Amélie Benkert von der 13a hervorhob, wie stark der Klassenzusammenhalt und das stille Vertrauen in die Lehrer waren, betonte Inka Scheller von der 13b die Bedeutung der vielen künstlerisch-praktischen Fächer für sie und ihre Mitschüler. Sehr herzlich und stilvoll bedankten sich die frischgebackenen Abiturienten mit Blumen und kleinen Geschenken bei ihren Oberstufenlehrern. Ein erheiterndes Video endete mit dem selbstbewussten Fazit: „Diese Schule wird uns vermissen!“

 

Monika Wachsmuth und Inge Fink leiteten als Elternvertreterinnen mit bemerkenswerten Beiträgen zu einer gelungenen Abschiedsvorstellung der Eltern mit Rezitation und Waldorf-Rap ein. Beide bedauerten, was alles in den letzten Jahren durch Corona komplett ausfallen musste. Als Eltern erlebten sie die Gefühlsachterbahn der jungen Menschen während der dramatischen Pandemiezeit daheim hautnah mit. Sie dankten den Lehrern von Herzen für ihren Einsatz in den unterschiedlichsten Rollen als Welterklärer, Online-Profi, Benimmtrainer, Zirkusdompteur, Mediator, Zeitmanager, Ersatzelternteil.

 

Die Schicksalsgemeinschaften mit Schülern, Eltern und Lehrern hatten große Belastungsproben zu bestehen, doch die langjährige Erziehungspartnerschaft und das Bemühen um eine gute Gesprächskultur bewährten sich. Die Eltern dankten schließlich auch ihren Kindern dafür, dass sie sich immer wieder auf die Waldorfpädagoik eingelassen haben, auch wenn manchmal Zweifel und Unverständnis aufkamen. „Danke, dass ihr diesen Weg bis zu Ende gegangen seid und uns Eltern und den Lehrern vertraut habt!“, sagte Monika Wachsmuth abschließend.

 

Wahre Augenweiden waren die diversen Buffets mit pikanten und süßen Köstlichkeiten, an denen sich die Feiernden nun stärken konnten. An festlich und liebevoll gedeckten Tischen unter freiem Himmel gab es Gelegenheit zum Austausch von Erinnerungen und Zukunftsplänen. Die Band der Karl-König-Schule untermalte die heitere Feierstimmung mit beschwingten Melodien. Ein unvergesslicher Tag!

 

Sabine Zäpfel


Gemeinschaftsaktion Sandtausch

Viele große und kleine Hände aus der Kiga- und Schulgemeinschaft packten am Samstag, 11.06.22 – mitten in den Pfingstferien – gemeinsam mit an. Unmengen an verbrauchtem Sand wurden aus dem Sandkasten der Eichhörnchengruppe in große und kleine Schubkarren geschaufelt und auf drei Anhänger verfrachtet. Schier unermüdlich liefen alle mit ihren schweren Lasten zu den verschiedenen Abladestationen. Beim Balancieren über schmale Rampen brauchte es Schwung und Geschick und bisweilen herzhaft unterstützende Helfer.

 

Die gut gefüllten Anhänger wurden mehrmals an einer Pferdekoppel hinter dem neuen Altenheim entladen. Familie Mätzing hatte den Kontakt hergestellt. Tochter Johanna, 7a, zeigte den Weg zum Verein „CariSana - Kurieren mit Tieren e.V.“ . Vorstand Michael Syré betreibt den Verein mit Pferden und Ziegen im Wald komplett ehrenamtlich. Tatkräftig half er bei der Sandtauschaktion mit und spendierte sogar Butterbrezen für die hungrig gewordenen kleinen und großen Arbeiter.

 

Wolfgang Rödle vom Kiga-Elternbeirat und vom erweiterten Vorstand hatte die Aktion mit Silvia Renner, einer der beiden Leiterinnen der Kita, vorbereitet und abgesprochen. Selbstverständlich packte auch er kräftig mit an. Nach einer Stärkung mit den Brezen und leckerem Kuchen musste der neue Sand, eine Sachspende von Familie Bögl, vom Kollegiumsparkplatz in den Kindergarten gebracht werden. Glücklicherweise kam zur rechten Zeit ein Mann mit Schaufellader vorbei, durch den der Schubkarrenweg bei sengender Mittagshitze erheblich verkürzt werden konnte.

 

Nach vier Stunden war es geschafft. Das märchenhaft schöne, vordere Kindergartengelände am Feld erwartet die Kleinen nun mit einem frisch aufgefüllten Sandkasten, der zum Bauen und Spielen im Schatten großer Bäume einlädt. Auch die Küken-Gruppe wird eine sandige Überraschung vorfinden. Da es noch mehrere Sandkästen mit Sandtauschbedarf gibt, können noch viele Menschen solch sinnvolle Gemeinschaftsaktionen erfahren. Es ist schön zu erleben: Das haben wir geschafft! Herzlichen Dank an alle Beteiligten!

 

Sabine Zäpfel


"Das Gauklermärchen" von Michael Ende

Überzeugendes Achtklassspiel

  

Wendelstein, 11.4.2022 – Nach langer Schul-Spiel-Pause bringt die Klasse 8b ein Kleinod der deutschen Literatur mit viel Charme und Fantasie meisterhaft auf die Bühne der Freien Waldorfschule Wendelstein.

 

Brisant und aktuell ist das Thema: Ein kleiner Zirkus steht vor dem Aus. Das Schicksal der Gauklertruppe scheint besiegelt; keine Zuschauer, keine Vorführungen, keine Einnahmen. Da bietet ein Chemiekonzern eine letzte Chance, wenn die Gaukler Werbung für die Pharmaprodukte machen. Der Preis ist jedoch hoch. Eli, ein Kind, das bei einem Chemieunfall schwer verletzt und von den Gauklern aus Mitleid aufgenommen wurde, müsste in ein Heim. Sie wäre kein passendes Aushängeschild für den Konzern, hieß es. Guter Rat ist teuer. Vor einer Entscheidung erzählt Jojo, der Clown, ein Märchen, in dem uns allen der Spiegel der Gegenwart vorgehalten und an unsere Verantwortung appelliert wird. Schließlich überwindet die uneigennützige Liebe das Böse. Die Gaukler zerreißen den Vertrag mit dem Chemiekonzern und nehmen Eli beschützend in ihre Mitte. Mit diesem eindrucksvollen, schlichten Bild endet die faszinierende Vorführung der Achtklässler.

 

Unter der genialen Regie von Alexandra Vidosola und unterstützt von Klassenlehrerin Anita Lilienstein erarbeiteten sich die Jugendlichen die Rollen so, dass sie ganz in die Figuren eintauchen und aus ihnen heraus sprechen und überzeugend agieren konnten.

 

Musiklehrer Volker Felgenhauer komponierte eigens für die Klasse zauberhafte Musik. Josef Eberlein und Till Kolpatzik unterstützten die Schülerinnen und Schüler dabei, passende Bühnenbilder zu malen und Kulissen zu bauen. Wunderschöne Kostüme nähten die Jugendlichen mit Hilfe von Kathi Wienss. Rocco und Luca aus der Oberstufe setzten die jungen Schauspieler*innen gekonnt ins rechte Licht. Der gelungenen Premiere folgten noch drei Vorführungen vor einem begeisterten Publikum.

 

Sabine Zäpfel


Als die Podiumsdiskussion nach Hause kam

Interessierte Eltern auf neuen Wegen erreicht 

 

Wendelstein, 16.2.2022 – In Pandemie-Zeiten ist vieles anders. Direkte Begegnungen sind oft nicht möglich. Wie informieren wir interessierte Eltern dennoch über unsere Schule? Diese Frage führte uns zu neuen Wegen. So drehte unsere Schülerin Magdalena Macher als erste ein Video über unsere Außenanlagen. Vor Weihnachten folgten weitere Videosequenzen zu einigen Fachbereichen und der Geschäftsführung.

 

Am 07.02.22 übertrugen wir ein Live-Podiumsgespräch aus dem Festsaal der Schule via Internet zu den Eltern nach Hause. Dank unseres ePortal-Teams mit unserer Schülermutter Nela Kriegbaum und unserer Musiklehrerin Carola Schmidt klappte das auf Anhieb ganz wunderbar. Die zugeschalteten Teilnehmer*innen konnten sich über den Chat äußern. Wolfgang Rödle führte als Moderator und Mitglied des Elternbeirats und des erweiterten Vorstands geschickt durch den Abend. Unsere Oberstufenschüler*innen, Luca Grau, Samuel Stadick, Paula Lippert, die Elternvertreterin Inge Fink, Eurythmielehrerin Luisa Schwarz, Hort- und Hüte-Betreuerin Brigitte Martin und Schulleiter Gerhard Gauer beantworteten souverän alle Fragen.

 

Als wesentliches Merkmal der Waldorfschule wurde auch von den Schülervertreter*innen das intensive Bemühen um jede einzelne Schülerin/jeden einzelnen Schüler angesehen. Das Zusammensein über viele Jahre gebe Sicherheit und Vertrauen, meinte Luca Grau von der SMV. Konflikte und Krisen kämen natürlich auch vor. Die gemeinsame Bewältigung sei eine gute Vorbereitung auf das Leben nach der Schule. Eurythmielehrerin Luisa Schwarz verbrachte ihre gesamte Schulzeit auf dem „Campus“ der Rudolf Steiner-Schule in Nürnberg. Als ehemalige Waldorfschülerin überzeugte sie durch ihr selbstbewusstes Auftreten und ihre klaren Antworten. Leider kam sie nicht mehr dazu, ihren „Namen zu tanzen“. Vielleicht beim nächsten Mal oder wenn wieder „echte“ Veranstaltungen möglich sein werden.

 

Sabine Zäpfel


Fürs Leben gelernt!

25 Abi-Zeugnisse an der Freien Waldorfschule Wendelstein vergeben

 

Wendelstein, 31.7.2021 – Im Vergleich zur Open-Air-Feier vor einem Jahr durften sich die diesjährigen 25 Abiturientinnen und Abiturienten der Wendelsteiner Waldorfschule Ende Juli mit ihren Eltern unter Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln im Festsaal versammeln, um die Reifezeugnisse in Empfang zu nehmen. Es ist der 19. Abi-Jahrgang an der Privatschule.

 

Volker Felgenhauer eröffnete mit dem lange pausierenden Oberstufenensemble meisterhaft die Feier mit einer genialen Kombination aus einem „Andante festivo“ von Jean Sibelius und einem „Palladio“ von Carl Jenkins.

 

Die amtierende Schulleiterin Barbara Schagen begrüßte die Ehrengäste, die Eltern und natürlich die Abiturientinnen und Abiturienten. Sie beglückwünschte die jungen Menschen, trotz Kontakteinschränkungen, Quarantänemaßnahmen, Distanzunterricht und ungewöhnlichen Prüfungsbedingungen die Hochschulreife erlangt zu haben. Mit großem Ernst blickte sie auf die letzten Monate und auf Begegnungen mit Menschen, die in der Corona-Krise anderer Ansicht waren, die anders gehandelt hätten, die anders entschieden hätten. Äußerst fragil wurden soziale Beziehungen unter dem allgegenwärtigen Druck durch die Pandemie. Auf den weiteren Lebensweg gab sie den nun ehemaligen Schülerinnen und Schülern eine buddhistische Weisheit mit: „Mögen wir lernen, verschiedener Ansicht zu sein, ohne einander aus unseren Herzen zu werfen, und mögen wir uns nicht empören über unsere Unterschiede.“

 

Wendelsteins Bürgermeister Werner Langhans stellte fest, dass nichts mehr sei, wie es vorher war, dass wir jedoch aus jeder Krise lernen können. Er wünschte den jungen Menschen, dass sie nun gut gerüstet die Reise zu neuen Zielen antreten können und nicht in Sackbahnhöfen stecken bleiben. Hannedore Nowotny bekräftigte in ihrem Grußwort als stellvertretende Landrätin des Landkreises Roth den Blick in die Zukunft und auf neue Herausforderungen.

 

Abiturkoordinatorin Sylvia Ballwießer beschrieb mit launigen Worten die Besonderheiten des letzten Jahres, das so harmlos und „normal“ begonnen hatte. Ab der ersten Quarantäne nach den Herbstferien blieb eine ständige Unsicherheit, die jeden belastete und jede Planung zunichte machte. Alle, Schüler und Lehrer, mussten sich ständig umstellen. Das Reden ins schwarze Loch war vor allem für die Lehrer eine neue Erfahrung. Gemeinsam mit den ehemaligen Klassenlehrerinnen Gabriele Wendt und Anita Lilienstein überreichte sie schließlich die Reifezeugnisse. Befreiendes Lachen schallte durch den Saal, als die lang gewordenen jungen Männer sich bücken mussten, um durch das Sonnenblumentor hinaus ins Leben zu gehen. Als Erstklässler waren sie durch dieses Tor an ihrem ersten Schultag zu ihren Lehrerinnen gekommen. Da war es noch groß genug.

 

Etwas Wehmut klang durch die Worte des Elternvertreters Christian Stuhlfaut, denn mit dem Abschluss der Schullaufbahn ändert sich auch für die Eltern viel. Einige verlassen damit nach vielen Jahren, teilweise schon seit Kindergartenzeiten, eine Gemeinschaft, in der sie vieles erleben und bewegen durften. Nun gilt es loszulassen, denn wer loslässt, hat beide Hände frei: „Ihr habt an dieser Schule fürs Leben gelernt! Wir Eltern haben euch Wurzeln und Flügel gegeben. Fliegt los!“

 

Sabine Zäpfel


"Oha, eine Leiche"

Hörspiel statt Theaterstück: Die Klasse 8b nimmt eine Kriminalkomödie im improvisierten Tonstudio auf

 

Wendelstein, 11.7.2021 – Theaterproben im Distanzunterricht? Nein, unmöglich. Deshalb verwandelten Achtklassschüler und ihre Lehrer der Wendelsteiner Waldorfschule das geplante Bühnenstück in ein Hörspiel. Am Ende konnten sie es sogar gemeinsam im improvisierten Tonstudio aufnehmen.

 

Normalerweise gehört ein aufwendiges Klassenspiel in der 8. Klasse zum pädagogischen Programm einer jeden Waldorfschule. Die Schülerinnen und Schüler üben dazu eigentlich ein Theaterstück ein, arbeiten mit den Werklehrern an den Kulissen, gestalten und nähen mit Unterstützung in der Handarbeit die Kostüme. Dann entwerfen sie Plakate für das Spiel und führen das Stück letztendlich in mehreren Vorstellungen vor Eltern und der Schulgemeinschaft auf.

 

Doch in Zeiten von Corona und Distanzunterricht war all dies nicht möglich. Da aber das Künstlerisch-Praktische eines der Kernthemen der Waldorfpädagogik ist, entschloss sich ein kleiner Kreis von Lehrern der Wendelsteiner Waldorfschule, neue Wege zu gehen: Das Theaterstück sollte zum Hörspiel umgearbeitet werden, begleitet von einer Projektmappe, die Einblicke in die Arbeit der Bühnenbildner und in die Kostümbildnerei gibt.

 

„Nicht noch eine Mathe-Epoche online, sondern ein Theaterprojekt – eine Kriminalkomödie“, jubelte die Klasse 8b, als der pfiffige Plan feststand. Fünf Wochen lang haben die Achtklässler im Online-Unterricht die Rollen erarbeitet, an der Sprache gefeilt, Kostümentwürfe und Bühnenbilder gezeichnet sowie Plakate gestaltet. Ein wichtiger Aspekt war dabei, all das, was man sonst auf der Bühne sieht, in Sprache und Geräusche umzusetzen. Wie klingt es etwa, wenn eine Leiche beim Abtransport zu Boden fällt? Wie unterscheiden sich die Schritte der alten Miss Marple von denen einer aufgeregten Reporterin? Wie kann der Akzent des berühmten belgischen Ermittlers Hercule Poirot umgesetzt werden?

 

Als am Ende der Probenarbeit auch noch der Inzidenzwert sank und die Schüler sich unter strengen Hygieneauflagen treffen konnten, um ihr Hörspiel in Präsenz aufzunehmen, war die Erleichterung groß. Der Eurythmiesaal wurde dank eines erfahrenen Musikkollegen mit professionellem Equipment in ein Tonstudio umgewandelt und den Aufnahmen stand nichts mehr im Wege. Am Ende konnte die 8b auch lachend die Frage beantworten: „Wer war nun der Mörder“? Soviel sei verraten: „Es war nicht der Gärtner“ (frei nach Reinhard Mey).

 

 

Gabriele Wendt


Abenteuerliche Reise ins Land Nirgendwo

Spielfreude pur! Die Klasse 11b der Freien Waldorfschule Wendelstein führt „Peter Pan“ in englischer Sprache auf

 

Wendelstein, 25.10.2020 - Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 11b der Freien Waldorfschule Wendelstein präsentierten eindrucksvoll, wie man Theaterspiel und Fremdsprachenunterricht zu einer mitreißenden Performance verbinden kann: der Klassiker „Peter Pan“ im Originalton. Für das an der Waldorfschule traditionelle Fremdsprachenspiel wählte die Klasse bewusst „Peter Pan“ von Sir James Matthew Barrie aus.

 

„Das kennen viele und auch die jüngeren Schülerinnen und Schüler können es verstehen“, erklärten einige der jungen Damen und Herren kurz vor der dritten und letzten Aufführung. Alle waren sich einig, dass es daher besonders schade sei, dass sie an zwei Abenden nur für Eltern und Großeltern spielen durften und an einem Vormittag für nur eine Klasse. Die Probenzeit war kurz. Die Corona-Zahlen stiegen. Die Unsicherheit, ob es überhaupt Aufführungen geben dürfe, war groß. „Wir hatten trotzdem viel Spaß miteinander. Es war ein tolles Gemeinschaftserlebnis!“, schwärmten einige. „Die Masken auf der Bühne und dass wir nur vor wenigen Zuschauer (mit Maske und großem Abstand) spielen durften – das konnte uns die Freude am Spiel nicht verderben“, fügten zwei der Piraten hinzu. Wer einer der wenigen Zuschauer sein durfte, konnte die Spielfreude und Begeisterung der Jugendlichen vom ersten bis zum letzten Auftritt erleben und genießen.

 

Zum Inhalt: Ein stets fideler Peter Pan erlebt mit „seinen Jungs“ und den Kindern der Familie Darling viele Abenteuer auf der Reise ins Land Nirgendwo. Die unsichtbare Fee Klingklang hilft ihnen immer wieder in brenzligen Situationen. Zauberhafte, bizarre Lichteffekte stehen für ihre Sprache, die nur Peter Pan versteht. Gefährlich wird es, als Captain Hook und seine Piraten auftauchen und die Kinder auf ihr Schiff verschleppen. Das geheimnisvolle Ticktack einer Uhr versetzt den sonst so energischen Captain in Angst und Schrecken. Das Blatt wendet sich.

 

Stephan Vdoviak war wieder verantwortlich für die phantasievolle, gelungene Regieführung. Als Nativ-speaker aus Vermont war er natürlich prädestiniert für diese Aufgabe. Werner Kandzora sorgte mit Broadway-Musikeinlagen zusätzlich gekonnt für eine wohltuend heitere Stimmung. Begeistert berichtete er von den Gesangsproben mit der Klasse, die von sich aus viele Lieder singen wollte und das trotz Maske und Abstand auch mitreißend tun konnte.

 

Zehntklässler kümmerten sich dankenswerterweise um die passende Beleuchtung, um die Elftklässler zu entlasten. Klassenbetreuer Clemens Heinermann freute sich über die höchst gelungenen Aufführungen. Er bedauerte jedoch, dass nicht mehr Zuschauer zugelassen waren, dass es kein Pausenbuffet gab und dass Bedankungspräsente nicht überreicht werden durften. Mögen sich die Zeiten wieder ändern und mögen Kunst und Kultur wieder aufleben können!

 

Sabine Zäpfel


Von wahrem Glück und Freiheit

Die Klasse 9b der Freien Waldorfschule Wendelstein präsentierte das Theaterstück „Die Wächter von Montmartre“

 

Wendelstein, 17.10.2020 – Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9b der Freien Waldorfschule Wendelstein holten nun nach, was im letzten Schuljahr nicht möglich war: Sie brachten vor kleinem Publikum ihr Klassenspiel „Die Wächter von Montmartre“ auf die Bühne.

 

„Ich habe einen Auftrag, der mir Geld verschaffen soll – viel Geld, wie ich es mir erträumte.“ Anatol, ein jugendlicher Straßenräuber, verbindet mit dem Reichtum Glück und Freiheit. Dennoch zögert er, denn für das viele Geld muss er zwei Menschen töten. Außerdem gibt ihm Serafine, eine heimliche Wächterin, zu verstehen, dass Reichtum nicht wichtig sei.

 

Die Schüler*innen der Klasse 9b hatten sich schon sich im letzten Schuljahr für das Theaterstück „Die Wächter von Montmartre“ von Paarmann und Ritter entschieden. Es geht darin um Erbschaftsschleicherei – doch vor allem um die Frage, was wahres Glück und wahre Freiheit sind.

 

Die Corona-Pandemie stellte die Klasse vor eine harte Geduldsprobe. Denn im Frühjahr und Sommer waren Aufführungen nicht möglich. Würde es in diesem Schuljahr klappen? Optimistisch probten sie mit Masken und Abstand. Ein Hygienekonzept wurde erstellt, und schließlich zauberte die Klasse nunmehr drei beeindruckende Vorführungen vor sehr begrenztem Publikum auf die Bühne. Souverän und mit großer Selbstverständlichkeit trugen die Spieler*innen Masken, wenn sie durch den Zuschauerraum gingen; unauffällig achteten sie auf Abstände. Für das Publikum war es ein fast „normales“ Klassenspiel.

 

Der Regisseur Stephan Vdoviak und die Klassenbetreuerinnen Nadine Gebhard und Anita Lilienstein unterstützten und ermutigten die jungen Menschen in der kurzen Probenzeit mit großem Engagement. Musiklehrer Volker Felgenhauer komponierte wundervolle Musik für die Klasse. Um sie zu entlasten, übernahmen er, Nadine Gebhard und Werner Kandzora auch die praktische musikalische Begleitung. Immer wieder begeisterten Gruppen- und Solo-Gesangseinlagen die Zuschauer. Sie spendeten zu Recht anhaltenden Applaus.

 

Sabine Zäpfel