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Freie Waldorfschule Wendelstein wird zweizügig
Die FWW wird künftig kleinere Klassen bilden und zweizügig werden. Dies wurde unter Beteiligung der Elternschaft, Lehrer und Schülermitverwaltung beschlossen.
Damit können künftig je Schuljahr statt 36 nunmehr zweimal ca. 25 Kinder aufgenommen werden.
Neues Modell Das bisherige Modell mit einer Klasse je Jahrgang (durchschnittlich 36 Schüler) und im Fachunterricht halbierter bzw. gedrittelter Klasse wird ersetzt durch eine neue Struktur mit 2 Klassen je Jahrgang (jeweils 25 Schüler) und weniger häufigem Gruppenunterricht.
Nur bei Bedarf, insbesondere bei den künstlerisch-praktischen Fächern und dem Fremdsprachenunterricht in Mittel- und Oberstufe sollen die Schüler einer Jahrgangsstufe in 3 Gruppen aufgeteilt werden.
Entwicklung Seit Jahren taucht die Idee des Modells der Zweizügigkeit und der damit verbundenen kleineren Klassen immer wieder in den Diskussionen auf. Allein unter dem Diktat der schwierigen Finanzierbarkeit und der besonderen Anstrengungen während des Aufbaus der Schule wurde dieser Gedanke jedoch nicht weiter verfolgt.
Inzwischen hat die FWW ihren Aufbau abgeschlossen: Etliche Abschlussprüfungen sind erfolgreich abgelegt, die Schule wird vom Staat voll bezuschusst und der Schuldenberg ist um einiges abgetragen worden; An der inneren Schulstruktur wurde gearbeitet.
Für das Schuljahr 2006/2007 waren so viele Anmeldungen zu berücksichtigen, dass nicht alle Kinder guten Gewissens in einer einzigen Klasse aufgenommen werden konnten.
Kurzerhand wurde deshalb entschieden, für dieses Schuljahr zwei erste Klassen zu bilden.
Unklar war, ob das eine Ausnahme bleiben sollte oder ob es die Initialzündung für den Weg in die Zweizügigkeit war.
Entscheidungsfindungsprozess
Es war also eine Entscheidung zu treffen.
Daran sollten nicht nur Kollegium und Elternrat beteiligt sein, sondern es waren die gesamte Elternschaft sowie die Schülervertretung eingeladen, an diesem Findungsprozess teilzuhaben.
Durch die Projektsteuerungsgruppe (Frau Kassold, Herr Debus, Herr Rieger), die Schulleitung und den Vorstand wurden mehrere Gesamtkonferenzen und eine Mitgliederversammlung vorbereitet, in denen in einem offenen Prozess die Entscheidung reifen konnte.
Die Konferenzen wurden eingeleitet mit der Frage, ob man rein aus pädagogischen Gesichtspunkten heraus die Zweizügigkeit anstreben wolle. Eine wirtschaftliche Betrachtung sollte vorerst unberücksichtigt bleiben und nur dann geklärt werden, wenn man diese grundsätzliche Frage bejahte.
In den drei folgenden Gesamtkonferenzen wurden über Gruppenarbeit, Kurzberichte und Stellungnahmen einzelner Delegationen, Konferenzen und der SMV die pädagogischen Aspekte erarbeitet und betrachtet.
An der abschließenden Abstimmung nahmen 98 Personen teil; Zugelassen waren nur diejenigen, die an allen drei Konferenzen teilgenommen hatten).
Mit großer Mehrheit (87% der Abstimmenden) wurde –aus pädagogischen Gesichtspunkten heraus - der Weg in die Zweizügigkeit befürwortet. (Beim Kollegium allein betrug die Zustimmungsquote 92%).
Neubau
Durch die Vergrößerung wird ein Erweiterungsbau notwendig. Dieser ist vorgesehen im Anschluss an Haus II Richtung Holzlager und Schülercafé.
Demographische Entwicklung
Aufgrund der demographischen Entwicklung ist mit einem Geburtenrückgang von bis zu 20% zu rechnen. Wegen der bisher hohen Nachfrage wird es vermutlich auch in Zukunft volle Klassen geben. Mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit soll dies unterstützt werden.
Finanzierung
In der nun folgenden Mitgliederversammlung wurde die wirtschaftliche Realisierbarkeit betrachtet.
Bei einem geschätzten Flächenbedarf von ca. 1100 m2 (entspricht etwa Haus I) wird mit Baukosten in Höhe von ca. 2, 4 Millionen € gerechnet. Knapp die Hälfte kann durch Staatszuschüsse gedeckt werden.
Die erhöhten laufenden Ausgaben würden durch die erhöhten laufenden Einnahmen gedeckt werden.
Aufgrund diesen Rahmens hat die Mitgliederversammlung das Votum der vorangegangenen Schulversammlung bestätigt und den Vorstand beauftragt, die Planung und Realisierung des Erweiterungsbaues durchzuführen.
Für die Finanzierung wurde eine Kreditobergrenze festgesetzt.
Bei der Abstimmung haben 86,7 % der Mitglieder dem Beschluss zugestimmt.
Konzepte
In den Gesamtkonferenzen wurden nicht nur viele Fragen aufgeworfen; die neue Größe eröffnet auch neue Möglichkeiten. Zur Bearbeitung dieser Fragen und Entwicklung von Konzepten wurden deshalb Arbeitsgruppen eingerichtet.
Dabei sollen auch die auf der Tagung in Vorra entwickelten Visionen („Schule 2011“) mitbetrachtet werden. Die Projektsteuerung wird diese Arbeitsgruppen koordinieren und begleiten.
Ihre Zwischenergebnisse sollen der Schulgemeinschaft vorgestellt werden.
Epilog
Die Waldorfschule unterscheidet sich von der Staatsschule nicht nur durch ihr anderes pädagogisch-didaktisches Konzept. Sondern sie ist auch eine „freie“ Schule, die von eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Menschen betrieben und gestaltet wird. Der Verlauf dieser Entscheidungsfindung hat das wieder sehr deutlich werden lassen.
Dieser Prozess hat gut getan.
Uwe Schneebeck
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